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Gastkommentar „Familienpolitik“ von Andrea Davaz, Fläsch im BT

 Zukunft für «traditionelle» Familien

«Gute Aussichten für Familien». Unter diesem Titel erschien kürzlich in der Südostschweiz ein Bericht über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern. «Die Kaufkraft der Familie in der Krise» soll gestärkt werden. Der Bund und die Kantone nehmen aus Rücksicht auf die Familie bis zu 600 Mio. Franken Steuerausfälle hin. Eigentlich müsste diese Nachricht jede Familie glücklich machen. Denn wer zahlt nicht gerne weniger Steuern.

Die Arbeit der Mutter ist nichts «wert»

 In diesem Artikel wurde man den Eindruck nicht los, dass es hier gar nicht um das Wohl der Familien geht. Entscheidend für diese Entlastung ist nämlich die «wirtschaftliche Leistungsfähigkeit». Um in den Genuss dieses Vorteils zu kommen, müssen jedoch beide Elternteile «Löhne» erzielen. Die Arbeit der Mutter wird somit nicht als Arbeit gewertet. Welche wirtschaftliche Leistung eine Mutter erbringt, indem sie den Kindern ein gutes Zuhause bietet, ihnen Werte für die Zukunft mitgibt, wird völlig ignoriert. Was als familienfreundlich daherkommt, ist im Grunde zutiefst familienfeindlich. Man kann argumentieren, das traditionelle Familienbild sei überholt und Eltern, die ihre Kinder selbst erziehen, seien Ewiggestrige. Doch es gibt keine Gründe, dieses Familienbild derart zu vernachlässigen. Bewusst werden für traditionelle Familien keine besseren Bedingungen geschaffen, stattdessen aber Millionen in Kinderkrippen, Mittagstische, etc. investiert – Hauptsache Fremdbetreuung! Im Gespräch höre ich oft die Auffassung, dass 2-3 Tage «Krippenleben» dazu beitragen, Kontakte der Kleinen mit Gleichaltrigen zu fördern. Ich bestreite nicht, dass dies zur positiven Entwicklung eines Kindes beitragen kann. Ebenso wichtig ist aber meines Erachtens, dass Kinder eine tiefe Beziehung zu den Eltern aufbauen. Das ist jedoch nur möglich, wenn ein Elternteil die entsprechende Zeit aufbringt.

Fachpersonal kann Eltern nicht ersetzen

Ein Kind braucht Bezugspersonen, an denen es sich orientieren und zu welchen Vertrauen aufgebaut werden kann. Dieser anspruchsvollen Aufgabe kann Fachpersonal, welches gleichzeitig mehrere Kleinkinder betreuen muss, beim besten Willen nicht gerecht werden! Vielmehr sind Rahmenbedingungen zu schaffen, die frei von finanziellen Zwängen Elternverantwortung wieder ermöglichen. Davon sind wir heute leider weit entfernt. In zahlreichen Regionen haben junge Familien kaum mehr eine Chance, eine geeignete und finanzierbare Wohnung zu finden. Müttern wird oft keine andere Wahl gelassen, als ebenfalls einer Arbeit nachzugehen, um die Kosten der Familie zu decken. Dabei entstehen oft Stresssituationen, welche der Kindererziehung abträglich sind. Es erstaunt nicht, dass unter diesen Umständen immer mehr Frauen und Männer die Verantwortung, welche eine Geburt mit sich bringt, scheuen. Die Geburtenrate der Schweiz ist bereits auf 1,2 pro Frau gesunken. Um die Bevölkerung stabil zu halten, bedarf es jedoch einer Geburtenrate von 2,1! Viele Politiker glauben, diesen Ausfall mittels erhöhter Zuwanderung kompensieren zu können. Doch wachsende gesellschaftliche Probleme, zunehmende Schwierigkeiten an den Schulen und die schleichende Bildung von Parallelgesellschaften sind die Folgen und führen zu grossen Problemen!

Familien mit Einzeleinkommen gleich behandeln

Zur Zeit läuft die Familienpolitik in der Besteuerung der Familien in eine falsche Richtung. Denn meines Erachtens sollten die Krippen nicht durch Steuergelder subventioniert werden. Es darf doch nicht sein, dass eine Familie mit einem Einzeleinkommen die Infrastruktur und schliesslich die Erziehung der Kinder des Nachbarn mitfinanziert, während sich dieser über ein Doppeleinkommen erfreuen kann! Es ist in hohem Masse ungerecht, wenn der Staat krampfhaft versucht, die Erziehung in Krippen zu unterstützen, und gleichzeitig die traditionelle Familie sich selbst überlässt. Die Resultate der vergangenen Abstimmungen über familienpolitische Themen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung diese Missstände erkannt hat. Diese Lichtblicke an der Urne stimmen mich zuversichtlich, dass eine eventuelle Volksinitiative, welche die traditionelle Familie nicht weiter benachteiligen möchte, gute Chancen hat.

Andrea Davaz, 7306 Fläsch

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