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Stellungnahme zum Artikel „Brand in der Bildungsfalle“ in der SO vom 10.6.2010

Fehler eingeschlichen.

Tatsächlich hat sich im Text in der Vernehmlassung der SVP zur Totalrevision des Schulgesetztes ein Fehler eingeschlichen, statt „weniger“ hätte das Wörtchen „mehr“ stehen müssen. Richtigerweise müsste es also heissen: „Die Ansprüche an den Lehrerberuf sind massiv gestiegen. Das neue Gesetz trägt diesem Umstand keine Rechnung. Die häufig getroffene Annahme, 2 Wochen mehr Schule seien durch die Reduktion des Wochenpensums von 1‐2 Lektionen zu kompensieren, erachten wir als falsch. Dies könnte höchstens gewährleistet werden, indem z.B. der Lehrperson ein zusätzlicher freier Nachmittag garantiert würde.“

Der Verband Lehrpersonen Graubünden (LEGR) hat in seiner Vernehmlassung zur Totalrevision des Schulgesetztes zu diesem Punkt übrigens ähnliche Forderungen gestellt: „Die Anzahl Schullektionen der Schüler und Schülerinnen solle gesenkt werden und damit sei die Beibehaltung von 38 Schulwochen problemlos möglich. Bei den Pflichtlektionen der Lehrpersonen könne das Modell 28+2 (28 Unterrichtslektionen und 2 Präsenzlektionen für Teamsitzung, etc.) und für Klassenlehrpersonen das Modell 27+3 eingeführt werden.“

 Die Meinung der SVP Graubünden ist also praktisch deckungsgleich mit der des LEGR. Die Anforderungen an die Lehrkräfte sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Lehrkräfte haben nicht nur die Aufgabe ihr fachliches Wissen an die SchülerInnen weiterzugeben, sondern zusätzlich dazu ist es notwendig auch pädagogische Aspekte zu berücksichtigen. Lehrende müssen ihre SchülerInnen motivieren, soweit Motivation von aussen überhaupt möglich ist. Ausserdem kann es auch vorkommen, dass sie sich mit familiären Problemen auseinander setzten müssen. Nicht nur der persönliche Kontakt zu den SchülerInnen, sondern auch der Kontakt mit den Eltern und den KollegInnen ist im Lehrberuf immer mehr von Bedeutung. Die multikulturellen und leistungs- sowie verhaltensmässig sehr heterogenen Klassen fordern die Lehrkräfte immer mehr. Neben dem eigentlichen Kerngeschäft, dem Unterrichten müssen also diverse Aufgaben bewältigt werden. Dies alles ist mit steigendem Zeitaufwand verbunden, für das ein Gefäss eingerichtet werden muss. Neben der Anpassung der Mindestlöhne an das Schweizerische Mittel sind auch diese Rahmenbedingungen zu verbessern. Dies ist ein wesentlicher Faktor, um z.B. dem Lehrermangel auf der Oberstufe entgegen zu wirken.

Wir halten also fest, dass 38 Schulwochen genug sind und dass die Wochenlektionenzahl ebenfalls vermindert werden muss und zwar nicht als Kompensation für ein um zwei Wochen verlängertes Schuljahr, sondern – wie ausgeführt – wegen der massiv gestiegenen Anforderungen an den Beruf.

Wieso Peter Simmen von einer Bildungsfalle spricht, ist also nicht nachzuvollziehen und offenbart, welche Absicht er mit seinen „Konstrukten“ verfolgt.

SVP Graubünden Bildungskommission

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