Plus oder Minus – das ist hier die Frage

Wir sind kaum in die neue Legislatur gestartet – zum ersten Mal als grösste Fraktion. Plus 10 Sitze: Das sieht gut aus, bedeutet aber auch viel Arbeit. Unsere Wählerinnen und Wähler haben Erwartungen, und es ist unser Auftrag, diese möglichst umzusetzen. Dazu gehört ganz klar, die Verwaltung einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Nicht alle Kantone haben eine schlanke Verwaltung. Graubünden kommt auf 35.7 Vollzeitstellen pro 1000 Einwohner – deutlich mehr als vergleichbare Kantone. Schwyz liegt bei 23.6, Glarus bei 31.1 und St. Gallen bei 26. Der Thurgau schafft es mit 17.4 sogar auf weniger als die Hälfte unseres Wertes.
Gemäss Budget des Kantons Graubünden stieg die Zahl der Vollzeitstellen zwischen 2016 und 2023 von 3011 auf 3451 – ein Plus von 14.61%. Nicht eingerechnet sind externe Berater und Mandate, deren Einsatz in den letzten Jahren ebenfalls zugenommen hat. Die ständige Bevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum nur um 3.7%. Die Kosten steigen entsprechend mit. Gemäss Jahresrechnung erhöhten sich die Personalkosten der Verwaltung zwischen 2013 und 2023 von 349 Mio. auf 426 Mio. – ein Plus von 22%.
Es wäre also höchste Zeit, dass beim Stellenplan des Kantons endlich einmal ein Minus davorsteht. Mathematisch ergibt Minus × Minus = Plus – weniger Stellen, weniger Steuern und dafür mehr Geld für die Bürgerinnen und Bürger. (Manchmal ist Mathematik eben doch ganz praktisch – nicht nur für die Steuerverwaltung.) Wir als SVP‑Fraktion werden alles daransetzen, unseren Kanton in Sachen schlanke Verwaltung wieder auf Vordermann zu bringen. Natürlich gibt es Bereiche, in denen ein Plus immer willkommen ist. Ich denke da vor allem an die nächsten Wahlen im Herbst 2027, wo unsere Partei unbedingt mehr Wähleranteile gewinnen muss – und danach gleich an die nächsten kantonalen Wahlen. Auch dort würden wir ein Plus sehr gerne entgegennehmen.
Wir als Fraktion sind nun gefordert, die Frage nach Plus oder Minus richtig zu beantworten.
Und ganz zum Schluss: Es geht los – die Bündner Hochjagd beginnt. Minus ein paar Wölfe wäre ein grosses Plus für die Bündner Landwirtschaft. In diesem Sinn: Weidmannsheil! Oder wie man auf Romanisch so schön sagt: in bocca d’luf – im Wolfsmaul.
