Mafia im Misox: Das Problem ist grösser als bisher bekannt
Die Investigativsendung Falò der RSI enthüllt heute neue Fakten zur organisierten Kriminalität im Misox: Nicht vier, sondern sechs Personen mit Bündner Aufenthaltsbewilligungen sind in die Ermittlungen verwickelt. Der Hauptbeschuldigte, vorbestraft und Neffe eines Camorra-Bosses, erhielt seine Bewilligung in Graubünden, nachdem das Tessin sie ihm verweigert hatte. Er stellte in Chur sogar ein Gesuch für eine C-Bewilligung. Nur die Verhaftung stoppte das Verfahren.
Die SVP Graubünden hat bereits am 15. Mai eine Medienmitteilung zur Mafia-Problematik im Misox veröffentlicht und konkrete Forderungen an die Regierung gestellt. Die heutigen Enthüllungen bestätigen unsere Einschätzung und zeigen, dass die Lage noch gravierender ist als bisher angenommen.
Besonders irritierend ist die Haltung des zuständigen Regierungsrats Peter Peyer gegenüber der RSI. Auf die Frage, ob Chur das Problem wirklich erkenne, antwortete er wörtlich: «Wir sind nicht in Neapel, wir sind in Graubünden.» Diese Aussage zeugt von einer Verharmlosung, die angesichts der Fakten nicht mehr tragbar ist. Sechs Personen mit Verbindungen zur Camorra, zur ’Ndrangheta und zum Balkan-Milieu lebten mit gültigen Bündner Bewilligungen in Roveredo. Die Aufklärung kam nicht durch die kantonalen Behörden ins Rollen, sondern durch die Bankenregulierung. Das ist kein neapolitanisches, das ist ein Bündner Problem.
«Wer als zuständiger Regierungsrat sagt, ‹wir sind nicht in Neapel›, hat den Ernst der Lage nicht begriffen», sagt Nationalrat Roman Hug, Präsident der SVP Graubünden. «Die Fakten liegen auf dem Tisch. Jetzt braucht es Handeln, keine Beschwichtigungen.»
Die Bundespolizei Fedpol bezeichnet den Fall Roveredo als «emblematisch» und benennt zwei Kernprobleme: die Leichtigkeit, mit der die organisierte Kriminalität Aufenthaltsbewilligungen missbraucht, und die Lücken im Informationsaustausch zwischen den kantonalen Polizeien. Die SVP Graubünden wiederholt ihre Forderungen mit Nachdruck: Strafregisterauszüge statt Selbstdeklarationen, systematische Vorprüfungen und personelle Aufstockung der zuständigen Stellen. Die Zeit des Wegsehens muss vorbei sein.
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Roman Hug
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