SVP Graubünden fasst klare Parolen und feiert den Wahlerfolg
An der ordentlichen Parteiversammlung vom 31. August 2026 im Schulhaus Ilanz haben 104 anwesenden Mitglieder der SVP Graubünden die Ja-Parole zur Neutralitätsinitiative sowie die Nein-Parolen zur Ernährungsinitiative und zum Stimmrechtsalter 16 beschlossen. Im Anschluss feierte die Partei den Wahlerfolg vom 14. Juni.

Ja zur Neutralitätsinitiative
Nationalrat Roland Rino Büchel (SVP/SG) führte in die Vorlage ein. Das dienstälteste Mitglied der Aussenpolitischen Kommission zeigte auf, wie die Neutralität seit 2022 Schritt für Schritt aufgeweicht worden ist. Die Versammlung fasste einstimmig die Ja-Parole. «Neutralität ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Leistung. Wer überall mitmacht, kann nirgends mehr vermitteln», sagte Büchel.
Nein zur Ernährungsinitiative
Grossrat Martin Sgier, Landwirt aus Lumbrein, ordnete die Initiative aus Bündner Sicht ein. Der Selbstversorgungsgrad lasse sich mit weniger Nutztieren nicht steigern. Das Grasland im Berggebiet werde nur über Kühe, Schafe und Ziegen zu Lebensmitteln. «Wer im Berggebiet weniger Tiere will, produziert nicht mehr Lebensmittel. Er importiert sie», sagte Sgier. Die Versammlung folgt ihm einstimmig und fasste die Nein-Parole.
Nein zum Stimmrechtsalter 16
Grossrat Sven Salis, jüngstes Mitglied der SVP-Fraktion, sprach zur kantonalen Vorlage. Er verwies auf den Widerspruch, dass 16-Jährige abstimmen sollen, zivilrechtlich aber nicht mündig sind und selbst nicht gewählt werden dürfen. Die Versammlung beschloss einstimmig die Nein-Parole. «Rechte und Verantwortung gehören zusammen. Ein halbes Bürgerrecht nützt den Jungen nichts», sagte Salis.
Dank an die Basis
Valérie Favre Accola, die ihr Regierungsamt am 1. Januar 2027 antritt, spannte den Bogen von der Neugründung 2008 bis zu den heute 35 Grossratssitzen. Die 120 Grossratskandidierenden und die Mitglieder der Wahlkomitees erhielten als Dank SVP-Socken mit dem Parteilogo in allen drei Kantonssprachen. «Diese Partei hat in achtzehn Jahren nie kalte Füsse bekommen, und das soll so bleiben», sagte Favre Accola.
Verabschiedung von Agnes Brandenburger
Parteipräsident Roman Hug verabschiedete Agnes Brandenburger, die nach 20 Jahren im Grossen Rat nicht mehr zu den Wahlen angetreten ist. Sie war 2008 eine von zwei Grossräten, die den Weg zur neu gegründeten SVP Graubünden fanden. «Wer damals blieb, hatte nichts zu gewinnen und viel zu verlieren», sagte Hug. «Ohne diesen Mut stünden wir heute nicht dort, wo wir stehen.»
Verdankung Walter Grass
Roman Hug dankte auch Walter Grass, der die SVP-Fraktion vom Dezember 2021 bis im August 2026 präsidierte. Der Landwirt aus Urmein übernahm eine Fraktion mit neun Mitgliedern und übergab eine mit 35. «Er hat nie den grossen Auftritt gesucht, sondern das Resultat», sagte Hug. Neuer Fraktionspräsident ist Stefan Metzger.
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Roman Hug
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